Das Leben meines UrUrgroßvaters Emil Otto Zimmermann ist, wie ich behaupten möchte, sehr bewegt verlaufen und hat, wie so viele andere Biografien aus Preußen auch, am Ende einen Tod in der Fremde gefunden. Dennoch konnte ihm das alles anscheinend nicht das Lächeln nehmen, wie das Foto beweist. Im Folgenden möchte ich seine mir bekannte Geschichte darstellen.

Emil Zimmermann

Geboren wurde er am 24.09.1876 um 20:00 Uhr in der Topfstraße 173 im Ort Arnswalde, Kreis Arnswalde. Seine Mutter Wilhelmine Friederike Holz, geb. Zimmermann (*19.01.1840 in Zühlsdorf, Kreis Arnswalde) wurde zwei Jahre zuvor Witwe und hat ihn mit Karl George Orthmann (*28.04.1830 in Reichenbach, Kreis Pyritz) zwar gezeugt, aber Karl nicht geheiratet.

Emil Otto Zimmermann war von Beruf her eigentlich Schleifer in einer Fabrik für Pflüge, wobei diese Fabrik aller Wahrscheinlichkeit nach im “nahen” Berlinchen lag und „Ed. Schwartz & Sohn GmbH“ hieß.

Aufgrund vorhandener Unterlagen und seines Wehrpasses aus dem 1. Weltkrieg und davor, kann man seine militärische Laufbahn nachzeichnen und bruchstückhaft erahnen, was er erlebt haben muss.

Mit nur 20 Jahren begann er wohl seinen Militärdienst: vom 14.10.1896 – 19.09.1898 war er Ersatzrekrut, 7.Kp Niederschlesisches InfRgt Nr.50, und wurde zur Reserve entlassen nach Bernstein (Kreis Soldin).

Am 20.01.1901 heiratete er dann in Niepölzig (Ruwen), Kreis Soldin Minna Ida Auguste Müller (*17.01.1877 in Berlinchen, Kreis Soldin). Hier ein Foto von ihr.

Emma (Frau von Emil Zimmermann)

Nur drei Jahre darauf, am 25.04.1904, war sein Übertritt zur Landwehr im 1. Aufgebot.

1914 brach in Europa der 1. Weltkrieg aus und mein UrUrgroßvater war mittendrin…

  • 06.08.1914 Mobilmachung zu ErsatzBtlLandwehrInfRgt 35/ ErsatzBtl. 11/ 4.Kp,

  • 20.11.-23.12.1914 Lazarett (Säbelwunde im Bein, Frankreich),

  • 22.11.1914 zu 21.LandwehrDiv,

  • 11.01.1915 LandwehrInfRgt. 35/ 3.Kp,

  • 16.01.1915 LandwehrInfRgt. 48,

  • 29.11.1918 aus dem Kriegsdienst entlassen.

Während der Zeit des Krieges wurden ihm folgende Orden verliehen:

  • 25.06.1918 Eisernes Kreuz II. Klasse (als MG-Truppführer)

  • 01.07.1918 Verwundetenabzeichen (durch das Säbel ins Bein, Frankreich)

  • Schützenabzeichen 1.Klasse

Meine Großmutter erzählte mir einmal, dass er ein sehr lieber und freundlicher Großvater gewesen sei und somit das Gegenstück zu seiner Ehefrau Minna, welche recht hart und streng gewesen sein soll.

Als dann der 2. Weltkrieg hereinbrach, war Emil Otto Zimmermann bereits zu alt um noch zu kämpfen, außerdem hatte er laut meiner Großmutter immer starke Gehprobleme durch die Säbelverwundung im 1. Weltkrieg. Darum ging er mit seiner Familie auf die große Flucht Richtung Westdeutschland, wo er schließlich mit seiner Frau in Bremen ankam.

Hier starb er mit 69 Jahren an Altersschwäche nach 2 Tagen Krankheit am 14.12.1945 um 20:15 Uhr.

Advertisements